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22.2.2012 : 22:06 : +0100


Islandwallach Bessi, geb. 1987
Islandwallach Bessi, geb. 1987


Islandstute Glóa, geb. 1992
Islandstute Glóa, geb. 1992


Dr. Verena Rieger-Ziegler

Mein Islandwallach Bessi begleitet mich seit nunmehr 17 Jahren durch mein Leben. Wir haben gemeinsam alle Höhen und Tiefen eines Reiterlebens bewältigt. Bessi war immer ein temperamentvolles Pferd, das - auch in höherem Alter - nicht selten mit mir durchging. Viele Trainer führten dies einfach auf sein Temperament zurück. Longieren oder Laufenlassen vor dem Reiten schaffte meist auch keine Abhilfe. Bessi wurde ‚konventionell’ von mir geritten, er entwickelte trotz regelmäßigem Reitunterricht bei verschiedenen Trainern nie richtig ein ‚Vorwärts-abwärts’. Eine ausgeprägte Unterhalsmuskulatur zeugte von falscher Haltung. Seitengänge waren ohne Krampf und Kampf nicht möglich. Irgendwann einmal kam mir die Idee, Bessi gebisslos zu reiten. Das war der Wendepunkt. Aus dem ehemaligen Durchgänger wurde ein braves, zuverlässiges Pferd. Allerdings gab er mir immer deutlicher zu verstehen, daß ihm das Gerittenwerden keinen Spaß bereitete. Also begann ich nach Alternativen zu suchen, ihn zu beschäftigen und trotzdem zu gymnastizieren. Vor ca. 2 Jahren stieß ich zufällig auf den Verein ‚Klassisch-Reiten’. Ich war begeistert, da die gesamte Haltung zum Partner Pferd, der Umgang, die Art der Gymnastizierung genau meinen Vorstellungen entsprach. Etwa zur gleichen Zeit lernte ich auch das Training mit positiver Verstärkung (Clickertraining) kennen und die Kombination der klassischen Gymnastizierung mit dem Clickertraining eröffnete für uns neue Welten. Ich arbeite seitdem mit Bessi nach klassischen Grundsätzen hauptsächlich vom Boden aus. Die Unterhalsmuskulatur ist verschwunden, Bessi ist ein unheimlich biegsames, elastisches Pferd geworden, das voller Motivation auf den Platz geht. Ich glaube sagen zu dürfen, dass wir beide die gemeinsame Arbeit und er sein neu gewonnenes Körpergefühl sehr genießen!

Islandstute Glóa ist vor 9 Jahren in unsere Familie gekommen. Sie ist ein eifriges, lebhaftes Pferd, aber immer sehr zuverlässig. Auffallend war allerdings eine ständige Taktunreinheit beim Traben und ein häufiges Stolpern. Auch hier fanden wir trotz regelmäßigem Unterricht keine Lösung, die das Problem beheben konnte. Gleichzeitig mit Bessi begannen wir dann auch mit Glóa die Arbeit nach klassischen Grundsätzen. Die Taktunreinheit verschwand völlig, Glóa trabt nun völlig rein. Ihr tut die ruhige Arbeit mit viel Biegung und Stellung sehr gut. Glóa ist nun viel konzentrierter bei der Arbeit und diese scheint ihr auch viel Spaß zu machen, da sie oft ihre Lieblingsübung Schulterherein von selbst anbietet!

V.R.