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Als ich mich vor etwa 2 Jahrzehnten begann für die Reiterei zu interessieren, waren es die Islandpferde, die es mir besonders angetan hatten. Es dauerte nicht lange und bin die ersten Gang-Turniere mitgeritten, zuerst mit Schulpferd und bald schon mit dem ersten eigenen Pferd - Fannar. Nach einer Reihe von schönen Erfolgen folgten Überlegungen, wie weit Fannar noch im Stande wäre, mit den weiter steigenden Material-Anforderungen im Turniersport mitzuhalten. Ich hätte ihn wohl gegen ein gehwilligeres Pferd eingetauscht, wäre nicht unerwartet Kolbrun, ein Lieblingspferd aus alten Tagen zum Verkauf gestanden. Sie kam nach längerer Nachdenkzeit in meinen Besitz und mit ihrer ein Jahr später geborenen Tochter Katina-Brünnhilde stand alsbald das dritte Islandpferd im Stall. Katina hat meinen weiteren reiterlichen Werdegang weitaus stärker geprägt, als ich das damals ahnen konnte. Mit zunehmendem Alter Katina's wuchsen meine Bedenken, ob ich dieses Energiebündels je Herr werden würde.

Es war eine glückliche Fügung, dass gerade zum passenden Zeitpunkt Reynir Adalsteinsson einen Reitkurs in unserer Nähe hielt. Reynir hat schon seit je her die Wichtigkeit der dressurmässigen Gymnastizierung bei der Ausbildung von Gangpferden unterstrichen. Seiner tatkräftigen und mentalen Unterstützung ist es zu verdanken, dass ich es damals gewagt habe, zum ersten mal ein völlig rohes Pferd selbst auszubilden. Die gewählte Strategie, dieses ungestüme Pferd mittels intensiver dressurmässiger Gymnastizierung, wie sie in der Ausbildung von Islandpferden nicht üblich ist, in den Griff zu bekommen, hat sich als goldrichtig erwiesen.

Die Notwendigkeit, mich dressurmässig weiterzubilden führte dazu, dass ich mehrere Kurse bei Alfons Dietz auf einem klassisch ausgebildeten Andalusier absolvierte. Von da an hat mich die Klassische Dressur nicht mehr losgelassen.

Der weitere Weg führte mich zu Bent Branderup, zuerst als Zuschauer bei seinen Reitkursen am Barockpferdegestüt St.George, dann als Reiter auf geliehenen Lehrpferden. Parallel zu meiner eigenen reiterlichen Fortbildung habe ich immer meine eigenen Islandpferde dressurmässig weiter gefördert. von 2005 an ritt ich nun mit meinem Fannar regelmässig in den Kursen von Branderup-Meisterschülerin Sabine Kellinger. Eigentlich hatte ich geplant mit der jungen Katina die Kurse zu reiten, doch sie ruinierte sich mit ihrem wilden Herumtoben auf der Weide ein Bein und das hatte eine einjährige Reitpause zur Folge. So kam der schon über 20-jährige Fannar unerwartet in den Genuß einer akademischen Ausbildung. Er fand daran - für mich völlig überraschend, weil er das Dressurviereck Zeit seines Lebens haßte - so großen Gefallen, daß er als wieder einmal der Pferdeanhänger mit offener Rampe für die Fahrt zum Kurs bereitstand, in einem unbeaufsichtigten Moment selbständig eingestiegen ist.

Im Alter von 28 Jahren begann Fannar an Herzproblemen zu leiden, die unsere reiterlichen Aktivitäten plötzlich beendeten. Wir hatten dann aber noch drei gemeinsame Jahre, bis akute gesundheitliche Probleme 2015 Fannar's Leben ein jähes Ende bereiteten.

Nur wenige Monate sind seit dem Abschied von Fannar vergangen, da ist unerwartet, ja schicksalshaft, Ti Pau "Triton" aus der schützenden Hand (Knabstrupper, geb. 2012) aufgetaucht und Ende November bei uns am Hof eingezogen. Er hat sich ganz schnell in die neue Umgebung eingewöhnt und sich mit unseren Pferden angefreundet.

 

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